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Mit der Mütze in Richtung Gott

© Beobachter 2009

Bringt einen das 8-Coil-Shakti näher zu Gott? Ein Selbstversuch.

Peter Johannes Meier

Auf der Suche nach Gott habe ich mir Magnetspulen auf den Kopf gesetzt. Die Gott-Mütze heisst 8-Coil-Shakti und wurde von einem Mitarbeiter des Neurologen Michael Persinger konstruiert. Sie kostet rund 400 Franken. Die acht auf die Mütze gekletteten Spulen sind mit dem Audioausgang des Computers verbunden. Eine Software erzeugt Signale, die in Magnetfelder umgewandelt werden und bestimmte Areale des Hirns stimulieren. Shakti ist eine Hindugöttin, die Urkraft des Universums. Das verspricht einiges.

Ich habe mich für den Schläfenlappen entschieden. Tausende wollen auf diese Weise Spirituelles oder gar Gott erfahren haben. Bei mir passiert zunächst nichts. Dritter Versuch, das Signal etwas satter als empfohlen: Mein Bewusstsein schwappt wie Wein in einem Glas, will den Körper verlassen – tut es aber nicht. Es ist wie eine Out-of-body-Erfahrung in zu engen Jeans. Noch Tage später fühlt sich mein Gehirn etwas grösser an, was nicht heissen soll, dass auch mehr drin ist. Es ist wie nach einer intensiven Massage, die einem bewusst werden lässt, was man alles so hat.

Eine Schnellstrasse zu Gott ist die Mütze kaum. Ihm werden wohl nur jene begegnen, die auch magnetlos regen Kontakt mit ihm pflegen. Vielleicht ist es wie mit den Nahtoderfahrungen: Religiöse Westdeutsche schweben laut einer Studie schnell mal gen Himmel, während atheistische Ostdeutsche in einem eher tristen Raum sterben. Auch ein Grund, nach Gott zu suchen.

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