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Raucher ohne Luft, Dicke unter Druck

Was dem Patienten nicht hilft, soll er selber bezahlen.

Peter Johannes Meier

Wieso sollen Krankenkassen für Medikamente und Therapien aufkommen, die dem Kranken nichts gebracht haben? Die Frage ist gut, die Antwort der der Gesundheitspolitikerinnen Ruth Humbel (CVP) und Yvonne Gilli (Grüne) gefährlich.

Sie wollen Krankheiten, die „eng mit dem Lebensstil“ zusammenhängen, auf ihre Kassenpflicht überprüfen lassen. Konkret soll nur noch bezahlt werden, wenn ein Medikamente oder eine Therapie auch geholfen hat. Im anderen Fall wird der Patient zur Kasse gebeten. Gemeint sind Raucher, Fettleibige und alle Arten von Süchtigen. Die Selbstverantwortung der Patienten soll so gestärkt, grosszügiges Verschreiben durch Ärzte unterbunden werden.

Der richtige Weg, um das Gesundheitswesen zu sanieren? Wohl kaum, denn treffen würde es vor allem Kranke mit kleinem Geldbeutel. Unter Suchterkrankungen leiden sie nachweislich häufiger als Gutverdienende. Und sozial Schwächere würden schon aus „finanzprohylaktischen“ Gründen auf so manche Therapie verzichten, die ihnen helfen könnte. Das Risiko, mehrere hundert oder tausend Franken aus der eigenen Tasche zu bezahlen, wäre schlicht zu gross. Aber das war ja zu erwarten: Nach den Rauchern die Dicken.

Wieso nicht anders herum: Hilft ein Medikament nicht, muss es der Hersteller bezahlen. Darauf ist noch kein Politiker gekommen.

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